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Nach einem anstrengenden Jahr haben wir uns mit unseren drei Hunden Ilva, Beverly und Magic für zwei Wochen in die Toskana verzogen. Nach langen Internetrecherchen hatte Ralf das herrliche Anwesen ausfindig gemacht, das auch für unsere Hundis geeignet war: gut 6 Hektar komplett eingezäunt mit zwei toskanischen Steinhäuschen in absoluter Alleinlage. Das Gesamtpaket wurde nur komplett vermietet, so dass wir -eigentlich- absolute Ruhe hätten haben sollen :-))) Nur der Eigentümer, der dort eine Apfelplantage betreibt (man wohnt inmitten unzähliger Apfelbäume), hatte am Grundstückseingang seine Halle und sollte ab und zu vorbei kommen. So weit so gut.
Doch nun von vorne: Abreisetag war die Nacht zum 1.November. Die Hundis hatten ihren geräumigen Platz im Heck unseres Chevy’s und der Anhänger war gut gepackt. Die Else gab uns Hoffnung, dass wir vor der Dunkelheit im Urlaub ankommen sollten. Doch der Hänger sorgte dafür, dass wir mit Chevy-tauglicher Geschwindigkeit gut 18 Stunden brauchen sollten, bis wir in stockdunkler Nacht (in der Toskana sind selbst die Abende seeeeeeeeeehr dunkel) ankamen. Auf dem Weg durch die Schweiz -mir war gar nicht bewußt wie lange man durch die Schweiz fahren kann ???- konnten wir ein wenig im Schnee toben.
 
Die Vorstellung, dass in der Toskana noch gut 20°C sein sollten, fiel uns schwer. Die Hundis haben diese Marathon-Tour mit zwei Pinkelpausen gut durchgestanden. Mein kleiner Magic hat dabei das erste Mal sein Beinchen gehoben (das ist ungefähr so, als ob das eigene Kind das erste Mal “Mama” sagt :-)))).
Kurz vor Florenz kam dann der erste Anruf vom Hausvermittler, wann mit uns zu rechnen sei. Wir lagen gut in der Zeit und haben die anvisierten 18 Uhr auch gehalten. Dabei stellte es sich heraus, dass der Hausbesitzer lediglich italienisch spricht, kein deutsch, kein englisch. Naja, auf in’s Abenteuer. Glücklicherweise kam dann der Hausvermittler zur Übergabe noch vorbei, so dass sämtliche Sprachbarrieren wie weggeblasen waren (puh, Schwein gehabt). Armando (der Hausbesitzer) hatte für uns ein Häuschen geheizt und eine Flasche Wein zur Begrüßung bereit gestellt. Selbstverständlich auch Äpfel............. Leider stellte es sich heraus, dass die Häuser doch näher zusammen standen, als es auf den Fotos den Anschein hatte. Und unser Häuschen war dem Ausgang doch recht nahe.........hm. Wir haben uns dann noch das andere Haus angeschaut, aber das war nicht so landestypisch eingerichtet und für uns beide mit einem Kind total unpraktisch. Außerdem unbeheizt, so dass ein Umzug erst für den nächsten Morgen angestanden hätte. Wir sind natürlich nicht umgezogen!
Auf unsere Nachfragen, wie viel denn auf dem Grundstück noch los sei und ob das Tor auch immer geschlossen sei erfuhren wir dann, dass die Apfelernte jetzt vorbei sei (aha, der große Trubel war also schon) und jetzt nur noch ein paar Tannenbäume verpackt würden. Nein, viel wäre jetzt nicht mehr los. Wir hätten hier unsere Ruhe. Hm, anscheinend ist der Begriff “Ruhe” doch sehr dehnbar.
  Am nächsten Morgen, wir hatten Sonntag (2.11.) waren bereits um halb acht die ersten fleißigen Leute zur Arbeit angetreten. Wahrscheinlich für die Weihnachtsbäume. Als nächstes hörten wir Schüsse. Auch gut, die Gegend war mehr als abgelegen und das Wild fühlte sich dort bestimmt sehr wohl. Wenn man aber denkt, in Italien wird so geschossen wie man es aus der Eifel gewohnt ist, dann ist das eine absolut unrealistische Vorstellung. Innerhalb des Hauses bekommt man ja nur mit, dass nicht vereinzelt mal geschossen wird, sondern eigentlich ununterbrochen. Steht man aber außerhalb von dicken Steinmauern hat man das mulmige Gefühl, den Kugeln bzw. dem Schrot im Weg zu stehen. Dem unkundigen Toskana-Urlauber sei hiermit geraten, sich Wochenend’s möglichst nicht in freier Natur aufzuhalten. Bei verlassen der schützenden Hausmauern ist auf möglichst wildunähnliche Kleidung zu achten. Hunde haben dagegen eine recht hohe Überlebenschance wenn sie mit einem Wolf verwechselt werden. Wölfe, die in der Toskana zu finden sind, dürfen nicht geschossen werden, da sie die kleinen Wildschweine holen (das hat uns Armando so erklärt) und das sogar dürfen. Aha, es klappt also doch mit Jäger und Wolf!
Einfach himmlisch, diese Ruhe :-)))
Gegen Mittag war dann Siesta und wirklich Ruhe (bis auf vereinzelte Schüsse). Wer aber denkt, das war es am heiligen Sonntag, NEIN. Nach der Mittagsruhe reihte sich vor dem großen Tor Auto an Auto mit fleißigen Italienern um Äpfel zu sammeln. Hm, war die Apfelernte nicht vorbei??? Unsere drei Wuff’s zeigten sich relativ uninteressiert, da sie sich noch nicht heimisch fühlten. Schnell hatten wir aber kapiert, dass der Südländer so großen Hunden und dann auch noch in der Anzahl vorsichtig gegenüber steht. Sobald sich also ein fleißiger Apfelpflücker daran machte, vor unserem Haus Äpfel zu sammeln ging man mal wieder mit drei Hunden vor die Tür. Schnell wurde dann unter einem freundlichen “Buongiorno” die Baumreihe gewechselt und wir hatten ein wenig Ruhe.
Da wir nur begrenzt Vorräte mitgebracht hatten schauten wir uns am Nachmittag noch ein wenig im nächsten Dorf Montemignaio um. Nach kurzem Suchen fanden wir mehrere kleine “Tante-Emma-Läden”; genau so, wie wir uns das vorgestellt hatten. An einem kleinen Parkplatz gab es sogar eine “Macelleria” (Metzger).
So konnte der nächste Morgen (3.11.) kommen, an dem Ralf das erste Mal mit Wörterbuch und zwei Händen mit insgesamt zehn Fingern bewaffnet einkaufen ging. Seine Beute konnte sich sehen lassen. Die nette Italienerin -wir haben sie “Marcella” getauft- im “Geschäft für alle Fälle” zeigte sich sehr verständnisvoll und packte Ralf alles ein, was man so zum Frühstück brauchte. Die Auswahl in der Metzgerei war sehr übersichtlich: eine Wurst, ein Stück Fleisch und ein Stück Geflügel. Naja, wir wollten ja eh noch mal in die nächste größere Stadt. Und bei Marcella gab es auch Wurst, Würstchen, Käse und herrlich, leckere Kekse. Auch die kleinen Pizza’s schmeckten traumhaft. Zu all dem gab es noch eine Flasche Rotwein. Somit hatten wir “alles was das Herz begehrt” (genau so wie Tigerente, Tiger und Bär aus den Hörbüchern, die wir uns auf allen Fahrten anhören durften :-())
Die Fahrt am Nachmittag führte uns nach Poppi und Bibbiena. In Bibbiena sahen wir sofort das bekannte Logo eines Discounters. Eigentlich wollten wir uns ja aus der Region versorgen, doch der Metzger war uns noch nicht so ganz geheuer. Die Ausbeute im Discounter war aber, bis auf Nutella, nicht so ergiebig. Wir beschlossen, zukünftig bei Marcella unsere Urlaubskasse auszugeben.
Das Wetter zeigte sich novemberlich, es regnete schon seit dem Mittag. Dabei sollte es doch laut Statistik nur zwei Tage in unseren zwei Urlaubswochen regnen :-(((. Doch es kam noch schlimmer.
Am nächsten Tag (4.11.) regnete es und regnete es und regnete es.............
Die fleißigen Arbeiter von Armando taten trotz Regen ihren Dienst und so hatten wir wenigstens was zum zugucken. Die Hunde tollten von Zeit zu Zeit im Regen herum. Dabei stellten wir fest, dass sie gar nicht dreckig wurden. Da ist man als Hundebesitzer von den Eifeler Böden ganz anderes gewohnt. Geht man daheim mit seinem Hund im Regen raus ist er nach zwei Schritten komplett verschlammt. Nicht so auf toskanischem Boden. Die Hundis wurden nur nass und konnten nach dem abfrottieren richtig sauber das Haus betreten.
 Da es außer staubsaugen und spülen gar nichts zu tun gab kamen wir auf die grandiose Idee, die in Hülle und Fülle vorhandenen Äpfel in unseren Essensplan einzubeziehen. Dazu gingen Vinzenz und ich mit den Hundis auf unserem Grundstück ein wenig spazieren und suchten uns die schönsten und besten Äpfel aus. Diese wurden daheim geschält und in Stücke geschnitten. Dann rührten wir einen Teig aus Mehl, Eier, Butter, Zucker und Milch an. Vinzenz legte mit viel Liebe die Apfelstücke in den Teig und ich versuchte mich darin, die gebadeten Apfelstücke auf einem Gasherd auszubacken. Das funktionierte erstaunlicherweise sehr gut und die Teile schmeckten sogar.
Unsere Hunde, die normalerweise rohes Futter bekommen, mußten sich im Urlaub mit einem Beutel Trockenfutter begnügen. Das machte zwar den Bauch voll, aber nicht satt. Außerdem fühlten sie wohl, dass im Trockenfutter die Vitamine fehlten. Unsere Hundis fingen an, mit Vorliebe die angedötschten Äpfel vom Boden zu fressen. Das nennt man “Natur-Barf”.
Nach so viel Natur und schlechtem Wetter brachen wir am Mittwoch nach Arezzo auf. Ein wenig Kultur und viel Stadt wollten wir besichtigen. Nach rund 1 1/2 Stunden Fahrt und einer Stunde Parkplatz suchen :-))) (dabei gab es vor der Stadt einen wunderbaren Parkplatz, aber Ralf wollte ja...........) machte ich erst einmal mit Vinzenz alleine Arezzo unsicher. Den von Vinzenz gewünschten Park haben wir sofort gefunden und einmal durchwandert. Danach schauten wir uns ein wenig die Stadt und ihre kleinen Antiquitäten-Geschäfte an. Dank der ungewohnten Öffnungszeiten kamen wir nicht in die Versuchung, auch nur einen Euro auszugeben. Mittagspausen von 13:00 bis 16:00 Uhr waren wir gar nicht mehr gewohnt. Nachdem Vinzenz und ich einmal Arezzo runter und wieder rauf gegangen waren beschlossen wir, Ralf und die Hunde vom Parkplatz abzuholen. Zielstrebig ging es dann wieder in den Park, wo Vinzenz bereits ein “Büdchen” ausfindig gemacht hatte. Tre Cola e una pizza, prego; wir hatten alles was das Herz begehrte.
Heute haben wir einmal mit der ganzen Familie Marcella besucht. Oh was hat sie sich gefreut. Ist das dein Bamibini fragte sie Ralf? Klar!!!!!!!!!!!!! Äh ich bin übrigens die Frau. O.k. darum ging es jetzt grade nicht. Komm mit einem Bambini nach Italien und du weißt, wer wirklich wichtig ist im Leben. Wir kauften die wunderbaren Kekse und staunten, was alles so in einen winzigen Laden passte. Hier gab es einfach alles. Für Vinzenz gab es selbstverständlich extra Kekse von Marcella: Baiser’s. Für Vinzenz sahen sie aus wie Muscheln und schmeckten himmlisch. Zusätzlich zu den Muscheln gab es von Marcella einen dicken Schmatzer auf die Backe und Bonbons. Oh Bambini, Italien ist das Paradies für Bambinis. Die 15-Watt-Birne an der Decke hatte auch ihre Berechtigung. Bei näherem Hingucken sah man, dass Wurst und Käse mit diversen Kulturen verfeinert waren. Für den Edelschimmel-gewöhnten Discount-Käse-Käufer war das ein ungewöhnlicher Anblick. Nachdem wir uns einmal überwunden hatten und die Dinge probiert hatten war uns klar, dass solche Kulturen einfach zum Geschmack dazu gehören.
Das Wochenende verbrachten wir in unserem toskanischen Steinhäuschen. Die Hunde konnten nach herzenslust Toben und viele Apfelpflücker, die Wochenends in Scharen bei uns einfielen, erschrecken. Dafür wurden wir vom frühen Morgen bis späten Abend von schießwütigen Jägern erschreckt. Bei meinem täglichen Spaziergang mit Magic dachte ich einmal tatsächlich, jetzt hat sein letztes Stündlein geschlagen. Wir gingen einen steilen Hang hinunter. Magic war ein wenig hinter mir und ich habe ihn zu mir gerufen. In dem Moment knallte es und Magic schlug zwei Haken. Ich hab mich fürchterlich erschreckt und dachte wirklich: das war’s. Klar schießen die Jäger keine Tiere auf einem eingezäunten Grundstück. Aber wenn man die Schießerei nicht gewohnt ist, dann hat man einfach das Gefühl, man steht mitten drin. Glücklicherweise zeigten sich unsere Hunde von der Schießerei ansonsten gar nicht beeindruckt.
10.11.
Heute war das Wetter einfach traumhaft. Ich habe den ganzen Vormittag vor dem Haus gesessen und die Sonne genossen. Die Hunde haben sich wie immer ihre Portion Obst gegönnt. Allerdings hatte Magic wohl einiges nachzuholen. Er hat mindestens 10 (in Worten: zehn) Äpfel gefressen. Das hatte zur Folge, dass er ab nachmittags halbstündig pinkeln musste. Von seiner Verdauung brauchen wir gar nicht zu reden. Er ist zwar ein Hund aber auch ein Hund kann äpfeln :-))). Am Nachmittag gingen wir mit alle Mann, Frau, Kind und Hund Hagebutten sammeln. Mit vereinten Kräften zogen wir die Äste zu uns heran und rupften alle Hagebutten ab, die noch schön fest waren. Ganz nebenbei konnten wir alle noch eine ganze Menge Äpfel (fr)essen. :-))) So richtig konnte ich mir ja nicht vorstellen was es heißt, eine ganze Menge von Hagebutten zu bearbeiten -puh-. Man schneidet die Knospe ab, teilte die Hagebutte der Länge nach und schabt dann die Kerne heraus. Hört sich einfach an, ist aber verdammt viel Arbeit. So kam es auch, dass ich trotz guter Vorsätze der Familie letztendlich alleine die Hagebutten bearbeiten durfte. Die Vitamin-C-reichen Früchte bekommen unsere Vierbeiner ab und zu unters Futter gemischt. Was tut man nicht alles für seine Hundis.
An so einem schönen Spätsommertag konnte man gar nicht glauben, dass es ohne Sonne bitterkalt wurde und man den Ofen heizen musste. Und da kommen wir zu einer echten Männerarbeit: dem Feuer machen. Unser Häuschen hatte im Wohn-/Essbereich einen Kamin. Der erwärmte nicht nur den Wohnraum, sondern auch noch Wasser, welches sich auf die Heizkörper verteilte. So schaffte man es mit einem Feuerchen das gesamte Haus zu heizen. Und dafür waren meine Männer zuständig. Die hatten damit einen Full-time-job. Ständig Holz holen, Feuer beobachten, Holz umlegen, Holz nachlegen. Da hat man seinen Mann gut beschäftigt.
Unsere Hunde fühlten sich mit dem Kamin, dem kühlen toskanischen Steinboden und einem weichen Sofa hundewohl. Das zweite Sofa war unser Schlafsofa und sollte -eigentlich- nicht von den Hundis benutzt werden. Bis auf Ilvchen hat das auch jeder kapiert. Doch Herrchen’s Königin hat mal wieder eine Extrawurst bekommen und durfte sich auf UNSEREM Sofa lümmeln. Das hat sie sichtlich genossen. Der große Wohnraum lud Vinzenz zum Eisenbahn ein. Gemeinsam mit Magic und Beverly robbte er über den Boden. Die beiden Hunde sorgten mit ihren Pfoten für Entgleisungen und alle hatten ihren Spaß.
11.11. Bei schlechtem Wetter gab es auf unserer Apfelplantage nicht wirklich etwas zu erleben. So brachen wir zum zweiten Mal nach Arezzo auf. Leider hatte das Büdchen im Park bereits geschlossen, so dass Vinzenz’ Stimmung sich dem miesen Wetter anpasste. Nach unserem ersten Besuch in der Stadt, der nahezu ohne Hundebegegnung abgelaufen ist, hatten wir diesmal einige typische italienische Hundebegegnungen. Mitten in Arezzo, lautes Kläffen, typische Straßenköter die auf einen zustürmen, viele Italiener und keiner kümmert sich drum. Wir auch nicht und so ging es weiter durch die Stadt, wo die Hunde ihre Notdurft einfach mitten auf die Straße machen. Nun wußte ich auch, woher der strenge Geruch kam, den ich bei meinem ersten Besuch dort gerochen hatte. Ein paar Straßen weiter sprach uns ein schwer bepackter Briefträger an. Wir haben ihn erst einmal nicht verstanden. Nach einigem Hin und Her und unter Einsatz sämtlicher Extremitäten war uns klar: Er wollte wissen, ob unsere Hunde beißen. Klar, die Frage hätte man bei einem Briefträger auch vermuten können. Als wir dies verneinten passierte etwas völlig ungewöhnliches (für einen Briefträger!): er kniete sich hin, sprach ganz freundlich mit unserer Beverly und freute sich unheimlich, als sie sofort zu ihm ging und ihn abschlabberte. Das konnte Magic nicht auf sich sitzen lassen! Auch er stürmte auf den Briefträger zu. Der lachte über’s ganze Gesicht und freute sich, dass unsere Beiden ihn so freundlich beleckten.
Auf der Heimfahrt ging es mit einem schlecht gelaunten Bambini noch einmal einkaufen. Zusätzlich drückten bei Magic noch einige Äpfel im Popo, so dass die Stimmung sich dem Nullpunkt annäherte. Ralf’s Idee, in einer Pizzeria einzukehren verschoben wir daher auf den nächsten Tag.
12.11. Dieser Tag stand unter dem Motto einer beliebten Janosch-Geschichte: “Bei Liebeskummer Apfelmus”.
 Dank ständiger Hörbuchberieselung mit drei Janosch-Geschichten verfügten wir über einige Rezepte, die in der o.g. Geschichte ausführlich beschrieben wurden. Für Apfelmus hatten wir die wichtigste Zutat eh direkt vor dem Haus. Und die fehlende Zimtstange sowie eine Gewürznelke konnten bei Marcella besorgt werden. Die Äpfel mussten natürlich sorgsam von Vinzenz ausgewählt werden. Dafür machten wir uns nach dem Frühstück mit Magic auf und suchten die sechs besten Äpfel von einer 6 Hektar (!!!) großen Plantage aus. Magic versuchte, seinen Apfel-Fress-Rekord der Vortage zu brechen, wurde aber mit vielen Nein’s und Aus’s daran gehindert. Schließlich wollten wir abends noch in die Pizzeria und da ist ein ständig pinkelnder und äpfelnder Magic einfach nur störend. Gemeinsam (jedenfalls gedanklich) schälten Vinzenz und ich die Äpfel. Diese wurden klein geschnitten, mit nicht zu viel Wasser, einem Löffel Zucker, einer Zimtstange und einer Gewürznelke in einen Topf gegeben und dann langsam vor sich hin geköchelt. Anschließend klein stampfen und fertig ist das Apfelmus. Hmmmmmmmmmm lecker. Schmeckte wirklich echt gut. Am Abend machten wir uns auf zur Pizzeria. Alle hatten Hunger, Durst und wollten endlich einmal schlemmen. Das Häuschen machte einen relativ beleuchteten Eindruck. Es hing zwar noch ein Schäferhund an der Kette vor dem Haus, aber der lies Ralf durch, so dass wir schon Hoffnung schöpften. Leider machte man uns unmissverständlich klar, dass heute die Küche kalt blieb. Geöffnet, nur noch am Samstag. Also ab zum zweiten Restaurant. Doch auch hier, nur am Samstag. Völlig gefrustet fuhren wir wieder nach Hause. Dort haben wir für uns und unsere Hunde die ganzen Reste aus dem Kühlschrank verarbeitet.
14.11.
 Ups, der Urlaub ist ja schon zu Ende? Ne, das kann doch gar nicht sein. Die zwei Wochen vergingen wie im Flug. Wir Zwei- und Vierbeiner hatten ein paar wunderschöne Tage in einer wunderschönen Umgebung. Viel Ruhe und gutes Essen (o.k. die Hunde sehen das anders; Trockenfutter ist nicht gerade ein Schmaus) rundeten das Urlaubspaket ab. Wir packten also alles, was wir mitgebracht hatten wieder ein. Ralf und Vinzenz stellten den Hänger vor das Haus, so dass anschließend alles reibungslos verstaut werden konnte. Zwischenzeitlich haben wir uns noch von Armando verabschiedet. Neben einem Vorrat an Äpfeln und Kartoffeln gab es nur für Vinzenz noch einem Bambini-Weihnachtsbaum. Unser kleiner Mann strahlte über beide Backen. Zum Abschluß fuhren wir noch einmal zu Marcella. Wir kauften die letzten Kekse, Vinzenz bekam seine letzten Schmatzer, eine Riesentüte seiner Lieblings”muscheln” und wir erfuhren nun auch endlich, dass Marcella eigentlich Laura heißt.
Wir alle -Menschen und Tiere- haben die italienische Herzlichkeit sehr genossen. Für Toskana-Fan’s, die noch eine von Touristen relativ unentdeckte Gegend suchen, sei die Gegend um Arezzo und speziell auch “unser Anwesen” Casa Martina sehr empfohlen. Hundebesitzer mit freundlichen und gut erzogenen Hunden sind bei Armando und seinem Team bestens aufgehoben.

 



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