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Hallo ihr Lieben, hier spricht der F’lix,
wir schreiben Napfzeit 2006.09.15. Das Warten und die wochenlangen Vorbereitungen haben ein Ende. Jetzt wissen wir endlich, warum unser Frauchen seit Wochen Koffer packt - sogar einen für uns - und Herrchen das Auto auf Hochglanz wienert. Das Hundegitter für den besten Platz im VW-Bus wurde ordnungsgemäß festgeschraubt und die Transportboxen für die Mädels (jetzt wißt ihr auch wer sich im Heck breit machen darf *ggg*) wurden arrangiert und festgezurrt. Nachdem wir jedoch diese wochenlangen Vorbereitungen verfolgt hatten stellten wir Vierbeiner uns die Frage: Wohin in aller Hundewelt mit den ganzen Koffern??? Da zog Herrchen seinen Joker und zauberte einen Hänger aus der Scheune, sogar mit Deckel. In diesen wurden alle Koffer, Kisten und sonstigen Utensilien (ihr glaubt gar nicht was so ein kleiner Zweibeiner alles braucht) gepackt. Herrchen’s neue Else oder Hildegard oder auch Gisela (sie hatte im Reiseverlauf viele Namen) wurde programmiert, so daß auch die Hoffnung bestand das wir das anvisierte Ziel erreichten. Das Pülvi legte sich sicherheitshalber schon mal vor den Bus, damit sie auch ja nicht ausversehen daheim bleiben mußte. Der Jungspund Line hüpfte zwischen allen Kisten und Kästen hin und her und machte ziemlich viel Wirbel. Ich nahm schon mal im Heck platz um ebenfalls einem evt. Vergessen zu entgehen. Komischerweise ging dann erstmal alles wieder seinen normalen Weg, bis am späten Abend auf einmal Leben in unsere Unbepelzten kam. Wir mußten alle nochmal puschern gehen und wurden dann in den Bus gepackt. Zu guter Letzt kam der kleine Pfurzknoten Vinzenz und wurde in seinen Kindersitz geschnallt.
Und nun ging es los. Dank der Hilfe von Else fuhren wir absolut reibungslos Richtung Österreich. Doch nach einer Pinkelpause passierte fast das erste Unglück. Unser Frauchen, in der festen Überzeugung, daß alle Else’s gleich verständlich sind, mußte mal das Steuer übernehmen. Das wär aber fast schief gegangen. Statt einfach nur geradeaus zu fahren (es wären noch gut 200km auf EINER!!! Autobahn nach München gewesen) hat sie die gute Else einfach nicht verstanden und wollte ständig abfahren. Na, wir haben es dann glücklicherweise noch geschafft. Aber es bestätigt doch mal wieder meine Einstellung von Frauchen am Steuer *flööööööt*.
Nun übernehme ich, Pülvi, mal das Erzählen. Nach einer unendlich langen Fahrt und einer Pinkelpause für uns Hunde kamen wir endlich an einem Bauernhof an. Wir dachten schon, daß es jetzt endlich rausginge. Stattdessen mußten wir noch ein Stündchen im Auto ausharren und durften dem Hofhund zugucken *NMDMN*. Mein Lebensabschnittsgefährte F’lix hat sich so aufgeregt, daß er einen Gurt der Rücksitzbank zerbissen hat. SO WAS HAT ER NOCH NIE GETAN! Herrchen und Frauchen haben es locker gesehen und einen neuen Gurt eingebaut. Allerdings mußte Felix zukünftig, wenn er mal im Auto bleiben mußte, auch in eine Transportkiste. Das hat er nun davon. Doch das Warten hatte langsam ein Ende. Wir brachen zur letzten kurzen Reise vor unserem Ziel auf. Das letzte Stück Weg den Berg hinauf war sehr holperig und teilweise rutschig. Und endlich, endlich durften wir aus dem Auto und unser Domizil für die nächsten zwei Wochen begutachten.
Unsere Menschen hatten eine kleine Almhütte gemietet und wir konnten da nach herzenslust toben. Keiner hat uns gestört, wir waren ganz für uns alleine. Auch die Hütte war einfach toll. Viel Holz, ein großer Ofen, der das ganze Haus heizte und das Beste, eine Eckbank. Da konnte man mit dem Rücken am warmen Ofen die ersten beiden Regentage verdösen. Unsere Unbepelzten und wir haben erst einmal die Hütte und ihre Umgebung erkundet. Dabei mußten wir feststellen, daß wir doch nicht ganz alleine hier oben auf knapp 1000m Höhe waren. Zu dem Haus gehörte eine kleine Pferdeherde (die Rasse nennt sich Noriker) bestehend aus Mutter, Tochter und kleiner Tochter und eine Katze. Außer dem Futter haben wir jedoch keinen Pups von der Katze gesehen. Die Pferde haben wir dagegen regelmäßig gesehen. Wir alle kennen Pferde von klein auf und wissen aus Erzählungen, dass man die zwar theoretisch fressen kann, es allerdings praktisch ziemlich unpraktisch und anstrengend ist ein solch großes Tier zu erlegen. Um unser Gesicht als Raubtier zu wahren haben wir Vierbeiner in einer internen Sitzung beschlossen, die Pferde zu ignorieren. Wie das geht, davon gibt es sogar ein Foto. Der Felix hat sich allerdings mal in seiner Zurückhaltung vergessen und mit einem Pferd genäselt; doch Schweigen darüber. Nachdem wir die ersten beiden Regentage mit kurzen Streifzügen durchs Revier hinter uns hatten brachen wir zum ersten Raubzug auf. Alle Zwei- und Vierbeiner wurden in den Bus gepackt und tuckerten unter Else’s Anleitung ins nächste größere Städtchen Murau. Da stellten wir fest, dass der Einzelhandel große Gemeinsamkeiten mit den bei uns bekannten Geschäften hatte. Wir suchten uns den sympatischsten und bekanntesten Laden raus und Frauchen zog gemeinsam mit Klein-Vinzenz zum Beutezug aus. Wir blieben mit Herrchen draußen (auch in Österreich ist uns -völlig unverstänlicherweise- das Beutemachen in Geschäften untersagt) und harrten der Lebensmittel die da kamen. Frauchen war mit ihrem Beutezug nicht so ganz zufrieden (wir übrigens auch nicht!!!), so daß wir noch einige Fleischhauer JJJJJJ aufsuchten um uns zu orientieren. Schließlich brauchten wir doch unser gewohntes Futter und die Vorräte von Daheim hielten nicht lange stand. In einem kleinen Tante-Emma-Laden, der freundlicherweise für uns seine Öffnungszeiten anpasste, wurde der von Herrchen langersehnte Almdudler und die allen Vierbeinern aus der Fernsehserie “Kommissar Rex” bekannten Semmeln (allerdings NOCH ohne Wurst) gefunden, so daß wir nun schwer bepackt wieder auf unseren Berg fahren konnten. Da begegneten wir zum ersten Mal dem Alm-Öhi, der auch auf unserem Berg wohnte und mit dem wir noch häufiger -im wahrsten Sinne des Wortes- zusammen treffen sollten. Mit einem gemütlichen Essen und weiteren Erkundungen in und um unsere Hütte herum verging der Rest des Tages. Dabei hatten wir unser Augenmerk noch mal auf die Müllproblematik geworfen. Klar kennt man bei uns das Mülltrennen, aber hier in Österreich wurden wir zu Fachmännern und -frauen in Sachen blauer, grauer, grüner, gelber, brauner etc. Müll. So einen Aufwand finden wir aus unserer Sicht ziemlich überflüssig. Aber wer seine Beute auch in unpraktische Verpackungen zwängt muß sich ebendrum um die Mülltrennung kümmern. Am nächsten Tag drohte nun der erste Ausflug in die “richtigen Berge”, wie Herrchen zu sagen pflegte. Er wollte nach Niederöblarn fahren, wo er früher mal seinen Segelflugschein gemacht hat. Davon wird euch der Felix wieder erzählen.
Da kam er, der erste Ausflug in die Berge. Wir wußten ja gar nicht was da so auf uns zukommt. Hätten wir’s gewußt, wir wären trotzdem mitgefahren. Es ist ja soooooo spannend durch die Gegend zu fahren und überall Bescheid zu geben, daß man da war. Um nun in den besagten Ort zu kommen mußten wir erst einmal einen Paß überqueren. Dieser Paß hat nichts mit dem bekannten Heimtierausweis von uns zu tun, sondern ist eine Strecke die über eine Höhe führt um Täler miteinander zu verbinden. Solche Pässe gibt es schon seit ewiger Zeit, also auch schon damals, als wir noch als Wölfe durch die Gegend zogen. Nur sind sie heute auch oft für Autos und auch Hunde zugänglich, so auch der Sölkpaß, über den wir mußten. Der Sölkpass ist ein Gebirgspass über die Niederen Tauern in der Steiermark. Er liegt an der Scheide zwischen Wölzer- und Schladminger Tauern und verbindet über eine Panoramastraße das Murtal mit dem Ennstal. Nicht auszudenken, daß ich den hätte selber laufen müssen *ächz*. Außerdem gab es da freilaufende Kühe. Nene, das braucht ein alter Hund wie ich nicht mehr. Da mach ich doch lieber Mülltrennung bevor ich mir mein Essen selber fangen muß. Unser VW-Büsschen schnaufte nun mit uns allen den Berg hoch und ich hatte große Achtung vor ihm. Unermüdlich Kurve um Kurve ging es höher und höher. Das hörte gar nicht mehr auf. Mir war speiübel und ich rutschte wie ein Schluck Wasser in jeder Kurve im Heck von rechts nach links. Nach dieser Erfahrung habe ich freiweillig meinen geräumigen Platz dem Linchen angeboten und bin in eine Transportkiste umgestiegen. Da wirft einen nix aus der Kurve. Das Pülvi behauptet ja immer noch, ich hätte wegen des kaputten Rücksitzgurtes umziehen müssen. DAS STIMMT NICHT! Ich bin hocherhobenen Hauptes freiwillig in die Kiste gegangen. Doch zurück zum Ausflug. Ungünstigerweise wurde es auch noch nebelig. Mit sehen war da nicht viel. So haben wir auch von der Gegend nichts mitbekommen und mußten uns auf Herrchens Erzählungen verlassen: viel Stein und Krüppelkiefer (ob das was essbares ist?). Oben auf knapp 1800 Metern angekommen haben wir uns erstmal die Pfoten vertreten. Einzig der Vinzenz verpennte den Halt und blieb im Auto sitzen. Frauchen besuchte die kleine Gipfelkapelle, wo wir nun im Gästebuch verewigt sind. Eigentlich wollte Frauchen mit mir noch ein wenig wandern, aber da die Sichtverhältnisse gar nicht gut waren haben wir das gelassen. Nun ging es auf der anderen Seite wieder ins Tal, wo das Wetter immer besser wurde. Irgendwann sagte Else: “Sie haben das Ziel erreicht” aber von Flugzeugen keine Spur. Wir besuchten nun die ehemalige Flugstätte von Herrchen. Wie überall hatte sich in den letzten Zwanzig Jahren einiges verändert. Auf dem Gelände hatte sich neben der Flugschule noch ein Sportcenter breit gemacht. Tja, nichts ist ewig. Auf dem Rückweg suchten wir uns eine nette Gaststätte und schlugen uns den Bauch voll mit Kaiserschmarrn, Fritten, Würstchen und Grillplatte. Die Überwindung der Höhenmeter rückwärts wurde ohne Probleme vollbracht. Dabei fotografierte Herrchen dann todesmutig die freilaufenden Kühe. Daheim angekommen haben wir uns dann vor dem Ofen von dem anstrengenden Ausflug erholt (Höhenluft macht sooooooooooo müde) und für den nächsten Tag eine Auszeit beantragt die uns bewilligt wurde.
Herrchen hat am nächsten Tag nur einen Ausflug nach Murau ins Tourist-Office erledigt, um uns mit Infos über die Gegend zu versorgen. Gleichzeitig gab es geheimnisvolle Vorbereitungen vor einem kleinen Steinturm, die wir bisher noch nicht verstanden hatten. Als allerdings Herrchen neben Unmengen an Kartenmaterial noch herrlich duftende Tüten anschleppte und schließlich Holz hackte wurde uns schlagartig klar: es gibt was anständiges zu futtern, und zwar vom Grill. Schnell belegten wir die besten Plätze vor dem Steinturm, der ab jetzt Grill hieß, und harrten der Dinge die da kamen. Während unsere Zweibeiner sich mit so unwichtigen Dingen wie Tomaten, Gurken und Kartoffeln beschäftigten richteten wir unsere Sinne auf die Würstchen, Schnitzel und Filets. Wau war das ein Festschmaus. So könnte der ganze Urlaub sein. Doch da braute sich schon wieder was über unseren Köpfen zusammen. Wir hörten so unbekannte Worte wie “Panoramastraße” (kann man da Kühe sehen?) und ähnliches und ahnten bereits was da auf uns zukam. Nachdem Herrchen im Namen des Busses sein o.k. für die Tour gegeben hatte (es sollte wohl noch höher gehen als das letzte Mal und unser Bus ist nicht mehr der Jüngste) klärte Frauchen uns auf, daß wir nach dem Ausflug wohl noch müder wären als das letzte Mal. Na prost Mahlzeit. Wir Hunde stellten nicht nur uns die Frage, ob solche Ausflüge nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fielen und von nicht autorisierten Personen überhaupt ausgeführt werden durften. Unsere Einwände verhallten und so wurden die Vorbereitungen zur großen Fahrt in die “Nocki-Mountains” getroffen.
Die Panoramastraße “Nockalmstraße”, von unseren Zweibeinern einfach “Nocki-Mountains” genannt, stellte eine noch größere Herausforderung an uns alle. Nur damit ihr es schon mal wisst: die Nockalmstraße hat eine Länge von 32 km, man rutscht durch 52 Kurven und hat maximal 12% Steigung hochzuschnaufen. Frauchen packte erneut alles ein was man für einen zweiwöchigen Urlaub so braucht *tststs*. Ausnahmsweise durfte Else mal Pause machen und begleitete uns lediglich optisch durch das nun folgende Abenteuer. Unsere Unbepelzten hatten einen netten Rundweg ausgearbeitet, der sich auf der Karte als recht harmlos erwies. Ich jedenfalls hatte den Braten schon vor Abreise gerochen und, wie bereits erwähnt, großzügig dem Jungspund Line meinen geräumigen Heckplatz angeboten. Ich kletterte in eine der gemütlichen Transportkisten und war für alle Kurven gerüstet. Sollte sich doch die Line da hinten ihre jungen Knochen durchschütteln lassen. Der Weg bis zur Panoramastraße führte uns durch nette Gebiete und so ganz sachte kletterten wir auch wieder in die Höhe. Vinzenz legte sich sofort wieder in die Waagerechte und verschlief einen Großteil der Tour. Wir dagegen durften uns erneut rauhe Berge, freilaufende Kühe und einige Pferde anschauen. Da es mit der Zeit langweilig wurde schliefen auch wir. Dann wurde es spannend. Wir mußten Maut bezahlen. Die Maut ist eine recht nützliche Sache, die wir daheim auch schon eingeführt haben: wir fressen den Katzen das Futter vom Vortag auf, dafür bekommen sie immer ganz frisches Futter. Na, auf jeden Fall haben wir für die Maut die Erlaubnis bekommen, diese Straße zu befahren und haben zusätzlich ein kleines Faltblatt erhalten, in das sich Frauchen sofort vertiefte. (Das ist beim Lesen kotzübel wurde sei hier nur am Rande erwähnt) Wir erfuhren, daß man hier viele Einkehrhäuser und Jausenstationen besuchen konnte, um den leeren Magen zu füllen. Diese Einrichtung fanden wir sehr sinnvoll. Allerdings haben wir nicht damit gerechnet, daß die tatsächlich ganze Bussladungen an Zweibeinern da auspacken und die alle auf einmal was zu futtern haben wollen. Somit wurde vor jeder Essstation nach Bussen ausschau gehalten. Stand einer davor, war das nichts für uns. Dies führte aber auch dazu, daß wir erst kurz vor Ende der Nockalmstraße was zu futtern kriegen sollten. Doch zuerst mußten wir unzählige Höhenmeter hinter uns bringen. Auf 2040 Metern gab es eine Aussichtsplatform die wir selbstverständlich besuchten. Da ich es vorziehe, mein Leben ruhig und beschaulich zu verbringen habe ich auf der Höhe Linchen den Vorzug gegeben, sich kurz vor dem Abgrund ablichten zu lassen. Zu meiner Ehrenrettung darf ich zugeben, daß ich einige Tage später, wo wir die Tour noch einmal gemacht haben, mit Frauchen zu Pfote den Gipfel erstiegen habe. Auf der Seite gab es auch keinen Abgrund!!! Nach diesem waghalsigen Ausstieg auf der Höhe ging es in langsamen Wellen nach unten. Unsere Mägen rumorten und auch Vinzenz quäkte weil er Hunger hatte. Mal ehrlich: bei Dinkelzwieback und Wasser hätte ich auch gequäkt. Nach laaaaaaaaaanger Zeit endlich kamen wir an die letzte Möglichkeit zur Rast. Eine kleine Jausenstation, die Priesshütte, lag idyllisch vor uns. Keine Busse vor der Tür, nur ein paar Autos auf dem Parkplatz. Na, das ließ sich ja gut an. Doch wer rechnet schon mit freilaufenden Schweinen, ganz ehrlich. Die Viecher sind riesig und total auf Kehle. Vinzenz brüllte sofort los und auch wir zogen es vor unter wütendem Gebelle den Rückzug anzutreten. Alle anderen Vierbeiner folgten unserem Beispiel. Nur Frauchen stand mit Vinzenz auf dem Arm wie angegossen mitten unter den drei Schweinen und traute sich nicht wegzugehen. Glücklicherweise kam die Hüttenwirtin und scheuchte die Drei auf ihre Weide. Nene, da war uns aber anders. Beim nächsten Besuch war die Begegnung eher nett für uns. Da liefen drei allerliebste Zicklein herum. Leider hatten Frauchen und Herrchen den Braten ebenso gerochen, so daß wir an die Leine mußten. Die Hütte jedenfalls war super urig, mit einer typischen Hüttenwirtin. Gekocht wurde mitten im Weg und gaaaaaaaaaanz lecker. Herrchen hat die Küche ausprobiert (Gulasch mit Knödel) während Frauchen und Vinzenz sich eine deftige Brotzeit reinschlangen. Eine nette Gruppe Einheimischer sorgte für Musik und Unterhaltung. Diese super Stimmung und das große Lob für uns sorgte dafür, daß wir beim zweiten Besuch wieder dort einkehrten. Zurück wurde es ganz schlimm für Frauchen. Der Weg führte an einem Fluß vorbei und der machte ganz viele Windungen. Frauchen wurde ganz blaß um die Nase und konnte sich nur mit Mühe und Not aufrecht halten. Abends daheim fielen wir alle total müde in die Kojen und hatten für den nächsten Tag um Freizeit gebeten.
Den übernächsten Tag fuhr Frauchen mit Vinzenz mal alleine weg. Die beiden machten Murau unsicher und besuchten da ein Schloß, eine Kirche, gingen durch die Stadt bummeln, haben sich den Bauch in einem kleinen Cafe vollgeschlagen und zum Schluß haben sie einen Spielplatz gefunden. Davon sind die folgenden Bilder, die unseren kleinen Freund Vinzenz zeigen.
Wir Hunde haben den Tag mit Herrchen auf der Hütte erlebt und einfach nur in Ruhe in der Natur gesessen.
Nun müssen wir euch auch noch vom Alm-Öhi erzählen. Der wohnte einige Kurven unter uns in einem großen Haus. Damit er nicht so alleine war hatte er eine ganz große Herde von Kühen und viele Traktoren. Wenn wir nun auf unseren Berg fuhren sind wir ihm fast immer begegnet. Er hat auch dafür gesorgt, daß es nicht so viele Schlaglöcher auf der Straße gibt. So parkte er manchmal einfach auf dem Weg und hat gearbeitet. Dann mußte man warten bis es weiterging. Am besten war aber, wenn er seine Kühe einfing. Es passierte häufiger, daß man um die Kurve bog (vor seinem Haus war eine scharfe Kurve und man konnte nicht sehen was dahinter war) und da stand er mit den Kühen und fuchtelte wild mit einem Stock. Die Kühe hat das wenig interessiert. Die fanden unser Auto allerdings zum fürchten und hüpften wie wild durcheinander, wenn wir losfuhren. Na, so einen schicken blau-weißen Bus hatten die bisher wohl noch nicht gesehen. Für uns hieß es dann: Motor abstellen und warten bis alle Kühe sortiert waren. Ihr seht, auf der Höhe gehen die Uhren einfach noch anders.
Mittlerweile waren wir schon über eine Woche in unserer Hütte und das Ende des Urlaubs war näher als der Anfang. Während der Überlegungen, was wir in den letzten Tagen noch unternehmen könnten passierte eine schreckliches Unglück. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie schrecklich das war. Ich bin jetzt immer noch total aus dem Häuschen wenn ich nur daran denke. Aber mal der Reihe nach. Unser Frauchen hatte uns Hunden ein ganz klein wenig Spielzeug mitgenommen. Mir meinen blauen Lieblingsflummi und den Mädels noch einen gelben Ring. In der Umgebung haben wir noch einige Wurzeln gefunden, die ebenfalls in unser Eigentum übergingen. Wir Hunde sind immer gerne über das ganz Grundstück getobt und haben Nachlaufen gespielt, oder Fangen oder haben einfach nur gedöst. Ich döse gerne mit meinem Flummi neben mir. Nur manchmal gebe ich den auch ab. Und bei so einer freundlichen Geste ist es dann passiert. Das Linchen, das ich ja eigentlich ganz dolle mag, durfte mit meinem geliebten Flummi spielen. Unser Grundstück war an einigen Stellen gerade und dann auch wieder abschüssig. Die angrenzende Pferdeweide war ebenfalls abschüssig. Das Linchen tobte nur mit dem Pülvi durch die Gegend und dann hat die NMDMN Line den Flummi verloren. Ich lag direkt daneben und sah das Unglück den Berg hinunterkullern. Wir alle Drei waren völlig aus dem Häuschen. Bis Herrchen reagierte und zuerst das Pülvi mit der besten Nase hinterherschickte war der Flummi schon aus unserem Sichtbereich in den Abhang gerollt. Wir sind schließlich mit alle Mann und Frau hinterher, konnten aber nichts mehr ausrichten. Der Abhang war einfach zu steil. Nun bestand noch die Hoffnung, daß der Flummi unten am Weg wieder rausgekommen war und da im Gehölz hängen geblieben war. Frauchen startete sofort die Aktion “Rettet den Flummi” und brach mit Vinzenz, Seilen, Ferngläsern und mir bewaffnet auf. Wir suchten alles ab was irgendwie zu erreichen war, aber NIX!!! Mein geliebter Flummi blieb einfach verschwunden. Er ist bis heute verschwunden, wir sind ohne ihn nach Hause gefahren *schnüff*. Dank meines kurzen Gedächtnisses habe ich der Line verziehen. Frauchen hat dann noch den Hüttenbesitzern gesagt, sie möchten bitte nach einem blauen, eckigen Flummi Ausschau halten und ihn uns schicken wenn er auftaucht. Zusätzlich starteten meine Unbepelzten einen Aufruf an alle Hundefreunde, genau so einen Flummi wieder zu besorgen. Das besondere an dem Teil ist nämlich, daß es den im Handel nicht mehr gibt. Und siehe da, eine ganz nette junge Frau, die noch Unmengen an Hundespielzeug hatte, besaß noch einen solchen Flummi, allerdings in Rot. Egal, wir haben ihn gekauft und wenige Tage später kam ein Päckchen für mich mit meinem Flummi. Ich habe ihn sofort wieder erkannt (wahrscheinlich bin ich Farbenblind) und gebe ihn auch nicht mehr her. Solltet ihr, lieber Leser, mal Urlaub in Österreich machen und einen heimatlosen blauen, eckigen Flummi finden, dann schickt ihn bitte an mich. Nun sind wir ein wenig vom Thema abgekommen. Aber da dies ein einschneidendes Erlebnis für mich war mußte ich das in aller Ausführlichkeit erzählen.
Um mich abzulenken sind wir noch einmal die Nockalmstraße gefahren. An diesem Tag durfte ich auf der Eisentalhöhe in 2040 m mit Frauchen den Gipfel besteigen. Auf über 2000 Metern Höhe kommt man ganz schnell aus der Puste. Auch Frauchen, die eigentlich einen schnellen Schritt hatte, schnaufte wie eine Dampflok. Es war aber eine erhabenes Gefühl am Gipfel so über den Dingen zu stehen. Herrchen kaufte unterdessen mit Vinzenz den Souvenierladen leer. Seitdem er dem Pfurzknoten einen Wanderstock geschnitzt hatte war Herrchen ganz verrückt auf die Stocknägel. Das hatte was von Jagdtrophäe *ggg*. Das Besondere an dem Gebiet um die Nockalmstraße, daß sich “Nationalpark Nockberge” nennt, sind die Murmeltiere. Wir haben alle fleißig nach den Tierchen Ausschau gehalten, aber uns ist kein Einziges vor die Linse gekommen. Wir vermuteten, daß diese possierlichen Tierchen Ruhetag hatten. Für den Winterschlaf war es noch zu früh. Nach solchen körperlichen und geistigen Höchstleistungen knurrte uns mal wieder der Magen. Wir beschlossen, erneut die Priesshütte zu besuchen und die hervorragende Küche zu genießen. Dabei kam uns die Idee, daß die Murmeltiere ja vielleicht in Herrchens Gulasch gewandert sein könnten. Wo sonst sollten sich diese geselligen Nager denn aufhalten??? Die saftigen Zicklein vor der Priesshütte wurden uns, wie bereits erwähnt, verweigert. Und während Herrchen seinen Gulasch und den Knödel alleine verspeiste hatte nur Frauchen ihre milde Hand aufgetan und uns mit Salami, Schinken und Käse versorgt. Von der Hüttenwirtin wurden wir dann aufgeklärt, daß noch eine weitere Lebensform bis vor einiger Zeit die Nockberge bewohnte: es handelte sich dabei um den Wolpertinger. Ein recht seltsames Tierchen, aber man versicherte uns, daß dieses ausgestopfte Exemplar in der Hütte das Letzte seiner Art war. Auf dem Rückweg, den wir wie beim ersten Besuch über die Turracher Höhe nehmen wollten erlebten wir noch eine Überraschung. Die Straße (die mit den Kurven und Frauchens Übelkeit) war gesperrt. So mußten Straßenkarte und Else wieder ran. Der Umweg war hochinteressant. Unser Büsschen ratterte die Steigungen hoch und runter und hatte noch mehr als 40 zusätzliche Kilometer zurückzulegen. Es war trotz Umweg ein rundum gelungener Tag, der mich meinen Schmerz über den verlorenen Flummi vergessen lies.
Den nächsten Tag gingen Frauchen und Vinzenz nochmal auf Beutezug in Murau und besuchten unsere Hüttenvermieter um die Abreise zu organisieren. Von dort brachten die Beiden frische Butter, Eier und selbstgemachte Marmelade mit. Herrchen hatte unterdessen die geniale Idee, den Grill noch einmal zu reaktivieren. Diesmal gab es neben dem bekannten Grünzeug und den Würstchen auch frische Forelle aus dem Teich. Der Fisch wurde sorgfältig zubereitet, in Folie gepackt und durfte neben den Kartoffeln in der Glut garen. Mjam, uns lief das Wasser in der Schnauze zusammen. Netterweise haben wir auch was vom Fisch abbekommen, so daß wir anstandslos das übrige Grünzeug mitgefressen haben.
Jetzt hatten wir noch zwei Urlaubstage. Freitag abend sollte die Abreise sein. Um nicht schon zu früh wehmütig zu werden haben wir am Donnerstag spontan den Bus bepackt und sind noch einmal den Sölkpaß gefahren. In Niederöblarn am Flugplatz entstand diese tolle Foto von uns (fast) allen. Herrchen mußte leider fotografieren. Ihr seht von links nach rechts: Mich (Felix), Frauchen (die mal wieder ihre Finger nicht von mir lassen kann), Line, Vinzenz und Pülvi.
Viel zu schnell verging der Tag und auch der ganze Urlaub. Der Freitag kam und mit ihm die endlose Packerei. Da die Hütte über eine Waschmaschine verfügte waren die meisten Klamotten sauber und das Packen ging deutlich schneller als Zuhause. Frauchen, Vinzenz und ich gingen am Nachmittag noch einmal spazieren um uns von allen Bäumen und Sträuchern und Kühen und Pferden zu verabschieden. Es war ein toller Urlaub, wir haben uns bestens erholt und wir wissen jetzt schon: wir werden noch einmal fahren. Vielleicht können wir dann noch etwas länger bleiben. Zum Abschluß noch ein paar Fotos von der Packorgie.
So ihr lieben Leser. Jetzt folgt keine Fortsetzung mehr.
Liebe Grüße von F’lix, Pülvi und Line (die nichts schreiben wollte)
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